Gemeinde Ebersbach-Musbach
 
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Öffentliche Gemeinderatssitzung
der Gemeinde Ebersbach-Musbach am 21. Dezember 2016

Ansprache von Bürgermeister Roland Haug zum Jahreswechsel 2016/2017

- es gilt das gesprochene Wort -
Roland Haug

Meine Damen, meine Herren,
ich stelle mir gerade eine Frage: "Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?".

Viele von Euch kennen ihn, den berühmten Vers aus dem Lied von Paulchen Panther. Einige kennen den Rosaroten Panther als Zeichentrickfigur, andere aus dem Vorspann des gleichnamigen Films mit Peter Sellers: "Wer hat an der Uhr gedreht?"

Wie im Flug ist das Jahr vergangen. Zeit und die Uhr spielen natürlich auch heute eine gewichtige Rolle, denn ein neues Jahr liegt schon wieder vor uns. Genau bedeutet das: 365 Tage, 8.760 Stunden oder 525.600 Minuten – und nur wenige davon sind
für meine Rede vorgesehen – versprochen!

Verehrte Kolleginnen und Kolleginnen,
verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Der Jahreswechsel ist immer Anlass, Bilanz zu ziehen. Für Sie, meine Damen und Herren, ist es sinnbildlich gesehen Alltag, Soll und Haben, Gewinn und Verlust, Aktiva und Passiva gegeneinander abzuwägen und den Saldo zu errechnen.

Ähnlich wie im Privat- und Geschäftsleben ist es in einer Gemeinde oder auch im großräumigen Land. Man fragt sich: Was hat das vergangene Jahr gebracht? Was hat es uns gekostet? Was bleibt davon übrig? Vor allem aber auch: Was bringt das neue Jahr?

Eine Pauschalantwort gibt es auf diese Fragen nicht. Aber unterm Strich können wir als Gemeinde mit dem zu Ende gehenden Jahr wieder sehr(!) zufrieden sein, und mit Blick auf das neue Jahr sei vorab gesagt: Es wird für Ebersbach-Musbach nicht weniger ereignisreich und nicht weniger erfolgreich sein.

2016 hat eher sommerlich begonnen, zumindest vom Winter keine Spur. Die Fasnet war kurz, aber heftig, so könnte man die fünfte Jahreszeit 2016 durchaus beschreiben. Jedenfalls fanden Klein und Groß Gefallen an der Ortsfasnet, die mit einem bunten Umzug und vielen Gastzünften und Besuchern einen gebührenden Abschluss fand. Der Funken soll den Winter austreiben – „naja“ mögen manche gedacht haben, „der war doch noch gar nie da, aber jetzt wollen wir ihn schon gar nicht mehr; es sei denn zum Loipen“, denn auf Oberschwabens schönste Skilanglaufloipe, wie sie im Volksmund genannt wird, wäre sicher so mancher gerne gegangen.

Der Willkommenstreff für unsere Neubürger gehört mittlerweile fest zu den jährlich stattfindenden Veranstaltungen. Im laufenden Jahr, so der Stand heute, sind 120 Bürger/innen zugezogen, und „Zuzug“ gab es auch durch Neugeborene: 18 Mädchen und Buben haben das Licht der Welt erblickt.

Einzigartig war das Orgelkonzert mit Kirchenmusiker Professor Gerhard Gnann. Nach Konzerten in der Frauenkirche in Dresden, im Freiburger Münster und im Dom in Speyer durften wir in Ebersbach diese phantastischen Klänge haut- und gefühlsnah hören. Zu hören und mitzusingen gab es beim Offenen Seniorentreff im Kreise der „fortgeschrittenen Jugend“ wie der Liedermacher Michael Skuppin bei einer Begrüßung einmal gesagt hat. Er hat alle Facetten des Lebens beleuchtet, genauso wie andere Unterhaltungsakteure bei den weiteren Treffs. Es gibt mittlerweile schon einige Stammgäste, die das gesellige Zusammenkommen nie auslassen. Und über allem steht das Motto: „mitanandsei onddazualacha, do bleibt magsund“.

Für die Gesundheit engagiert sich auch unser Holzmühle-Förderverein was, die Weiher-Anlage mit vielseitigem Drumherum ist nicht mehr wegzudenken. Genauso dienen die Riedrundwege und insbesondere die Naturstation Atzenberg als Anziehungspunkt in der Region.

Ungesund war’s hingegen anderem wegen: Das vergangene Jahr war wie kein anderes das Jahr der Aufregungen und Diskussionen. Die großen Themen – zuerst die Eurokrise und dann die Flüchtlingskrise – spalteten die Gesellschaft. Europa, Brexit, Flüchtlingspolitik, Trump, Pegida, AfD, Le Pen – laut, lauter, am lautesten. Bei diesen Diskussionen ging es oft hoch her. Und wir werden sicher wieder viel diskutieren über das anstehende Superwahljahr, insbesondere die Bundestagswahl.

Richten wir den „Wahlblick“ einmal zurück: Die Landtagswahl 2016 am 13. März war ein Kopf an Kopf Rennen, gepaart mit Spannung und teils Erwartetem und teils Unerwartetem. Gewiss nicht erwartet hätte man die heimlichen Absprachen von manch gemeinten Saubermännern. Bei einem Besuch des Landtagsabgeordneten August Schuler diskutierten Rathausverwaltung, Gemeinderat und die Bürgerschaft über die große und kleine Politik im Lande. Genauso war es bei der persönlichen Vorstellungs- und Diskussionsrunde im Gesamt-Gemeindeverwaltungsverband mit Waldemar Westermayer, Mitglied des Bundestags, und Norbert Lins, Mitglied des Europäischen Parlaments.

Hausaufgaben zum Mitnehmen und Bearbeiten gab es aus Ebersbach-Musbach für die Herren Abgeordneten bei ihrem vor Ort Besuch zu genüge: Der langersehnte Radweg Ebersbach-Aulendorf und das Entschärfen des gefährlichen Verkehrswegs; erst neulich gab es an der Stelle einen schrecklichen Unfall. Hinzu kommt die Verbesserung des öffentlichen Verkehrsnetzes gerade in ländlichen Strukturen. Ohne eigenes Auto kann sich in unserem ländlichen Raum niemand mehr versorgen; der öffentliche Personen-Nahverkehr wird immer weiter ausgedünnt. Anzumerken ist das Thema Bürgerbus: Die Bestrebungen hierfür sind nicht gestorben! Themen ferner waren die mehr oder weniger gerechtfertigten überhohen Auflagen bei der Wohn- und Gewerbebaugebietsausweisung. Angesprochen wurden auch die Unterstützung der Landwirtschaft und, sehr dringlich wie wichtig, der Breitbandausbau hin in den ländlichen Raum. EU, Bund und Land werben mit lukrativen Zuschüssen – dabei geht unter, dass gerade die kleineren Kommunen auf dem flachen Land auf enormen Restinvestitionen hocken bleiben.

Jammern hilft nicht, dafür jedoch Taten. Wir haben ein Fachbüro mit der Ausarbeitung eines Gesamtkonzepts zum Breitbandausbau Ebersbach-Musbach beauftragt, begleitet durch den Breitband-Zweckverband im Landkreis Ravensburg, in dem wir Mitglied sind. Die Ergebnisse aus diesem Konzept und weitere konkrete Schritte konnten wir in der heutigen Sitzung hören und auch bereits beschließen. Jetzt haben wir Aussicht auf ein erfolgreiches Gelingen und von daher Grund zum Optimismus – auch wenn es die Gemeinde trotz Zuschuss rund eine Million Euro plus kosten wird, welche wir gedeckelt in den nächsten drei Haushaltsjahren einstellen.

Die Gemeinde setzt ein weiteres Zeichen in Sachen Rettungsschutz und Sicherheitswesen. Retten, Bergen und Helfen sind Aufgaben einer Feuerwehr und dazu gehört, nebst gut ausgebildeten motivierten Feuerwehrkameraden, natürlich das richtige Werkzeug. Nach neuem Feuerwehrgerätehaus kam heuer das neue wasserführende Feuerwehr-Löschfahrzeug hinzu. Ein LF 10, das rund 330 Tausend Euro gekostet hat und auch bezuschusst worden ist. In einem großen Festakt ist die „Technik auf Rädern“ gesegnet und offiziell in Betrieb genommen worden. Dieser Brandschutztag hat hunderte Besucher angelockt, beispielgebend war die enorme Resonanz aus der zivilen Bevölkerung; das gibt es in dem Maße sicher nicht überall. Ich möchte dafür danken und möchte noch den Feuerwehrkameraden ein gesondertes „feuriges“ Lob aussprechen: Sie sind es, die ohne sich zu fragen, zum Wohle der Allgemeinheit einbringen und als Einsatzkräfte meist als Erstes am Ort des Geschehens sind. Sie sind es, die wertvollen, ja, unverzichtbaren Dienst am Nächsten tun, und dabei oft auch die eigene Gesundheit für andere aufs Spiel setzen. Und in den Dank beziehe ich die Kollegen vom Deutschen Roten Kreuz, ganz besonders die Kolleginnen von der HvO, der Helfer-Gruppe vor Ort Ebersbach-Musbach, mit ein.

Die Bewältigung der Flüchtlingskrise, die Unterbringung von unzähligen Schutzsuchenden und der Beginn der Integration, war mitunter die bisher größte Herausforderung für Bund, Land, Landkreis und letztendlich die Kommunen. Sehen wir uns um, bleibt zwar vieles noch zu tun, aber ein Anfang ist gemacht. Die teils überfüllten Turnhallen – Sie haben sicher manch Bild und Pressebericht vor Augen – stehen inzwischen wieder für die Schulen und den Vereinssport zur Verfügung. Die politische Diskussion um die Lösung der Flüchtlingskrise ist noch lange nicht beendet. Unterstützt von großartigen freiwilligen Helferinnen und Helfern ist es uns in Ebersbach-Musbach gelungen, diese humanitäre Aufgabe vergleichsweise geräuschlos zu lösen. Ich bin dankbar, dass es in unserer Gemeinde gelungen ist, Wohnraum zu finden und zu schaffen, um diese Flüchtlinge aufzunehmen und menschenwürdig unterzubringen. Und genauso froh und dankbar bin ich für alle wohlwollende Unterstützung dabei. Ob die Schutzsuchenden hier glücklich werden, hängt nun ganz wesentlich von ihnen selbst ab. Wir haben ihnen ein Stück vom Glück gegeben. Nun brauchen sie Motivation und Hilfe, dieses Glück hier zu leben.

2016 war viel vom Wandel die Rede – genauer gesagt vom Klimawandel. CO2-Emissionen, Erderwärmung und Unwetterkatastrophen schießen uns durch den Kopf. In der zweiten Jahreshälfte machte sich dann auch in der Bankenbranche ein Klimawandel bemerkbar – und der war ziemlich unerfreulich. Das Wort von der „Kreditkrise“ machte die Runde und die Turbulenzen an den Finanzmärkten entwickelten sich zu einem wahren Hurrikan in der Bankenwelt.

Von Bedeutung waren auch die starken Unwetter mit Überschwemmungen und Windhose vergangenen Frühsommer, die den unseren Ort Gott sei Dank verschont haben. Das war auch schon anders – und außerdem gilt es, sich vor solchen Krisensituationen vorbeugend zu wappnen. Ein Hochwasserschutzkonzept ist derzeit in Bearbeitung und in den letzten Zügen. Nach einer weiteren Abstimmung mit Fachbüro, Fachbehörden und zuschussrelevanter Prüfungen wird dieses dann vorgestellt und verabschiedet.

Abschied nehmen vom Storchennachwuchs: Drei Jungstörche überlebten die teilweise heftigen Regenfälle, den Wind und die Kälte nicht. Ebersbach beherbergt aber nachwievor Störche und darüber ist die Freude groß. Besuchsweise war 2016 auch der Schwarzstorch zugegen.

Das Jahr 2017 wird von weiteren großen Maßnahmen im Ort geprägt sein: In erster Linie mit der Erschließung des neuen Baugebiets „Holzmühleäcker III“ Ebersbach. Dieses Baugebiet wird nach einer Hülle und Fülle an Formalitäten und Auflagen im frühen Frühjahr begonnen. Zusammen mit dem bereits erschlossenen Baugebiet „Am Klaurenbühl“ können wir so der großen Anfrage, nicht nur Einheimischer, nach Wohnplätzen nachkommen und damit den Traum vom Eigenheim mit verwirklichen. Das eine Baugebiet ist fertig, das andere wird es im September – davon gehen wir aus – und bereits heute wagen wir den weiteren Blick in ein schon Übernächstes: Gemeint sind die weitreichenden Überlegungen der Wohnentwicklung in Boos, Privates in Musbach und kommunal Optionales in Ebersbach. Trotz all diesem positiven Ansinnen für und nach mehr Wohnbauflächen werden wir den Blick im Ortsinneren und für bestehende Alt- oder gar Leersubstanzen nicht verlieren dürfen. Speziell das Entwicklungsprogramm ländlicher Raum, kurz ElR genannt, bietet dazu den Umbauwilligen profitable Lockmittel in Form von Fördermitteln. Die Gemeinde beauftragte dafür einen Städteplaner und bietet nebst externer natürlich auch lokale Unterstützung an. Jedes Jahr reichen wir Zuschussanträge ein, die sehr oft schon bewilligt wurden und wir hoffen, dass sie weiterhin und noch langeichend bewilligt werden.

Daumen drücken heißt es auch für das kommunale ElR Projekt „Neugestaltung Dorfplatz“ am Rathaus mit Einbezug des Schwesternhauses. Gerade dieses Vorhaben trägt wiederum zur ansprechenden und „doppelt dienenden“ Dorfmitte bei: einerseits das Verkehrsrechtliche wie Optische, hier die notwenige Sanierung und geschmackvolle Verschönerung, andererseits das Praktische in der zweckmäßigen Gestaltung und gemeinnützlichen Aufwertung. Die Gemeinde kommuniziert in „einer guten Sache“ mit der Kirchengemeinde; die Kirche ist ja sozusagen Hauptgrundstückseigentümer des besagten Bereichs. In gewissem Maße bieten sich solch bauliche Möglichkeiten zur Veränderung sowie Erneuerung nach dem Auszug des Kindergartens aus dem Altbau geradezu an. Das Schwesternhaus, so ist es liebevoll wiedergetauft, dient seit heuer einem neuem Nutzen: nebst Kirchenchor findet die Bücherei nunmehr dort ihre Stätte. Die von der Kirchengemeinde betriebene Bücherei ist beliebt bei jung und alt. Die neuen großen und hellen Räume mit barrierefreiem Zugang laden förmlich zum Lesen und Verweilen ein. Die Gemeinde hat bis dato der Bücherei finanziell unter die Arme gegriffen – und für den Neustart in neuer heimeliger Stätte hat es von kommunaler Seite einen ordentlichen Geldbatzen gegeben.

Ein weiteres Unternehmen ist die Umnutzung „Haus Rundel“ zum Heimatmuseum. Der baurechtliche Genehmigungsantrag ist gestellt, das Hoffen auf Genehmigungsfähigkeit möchten wir ebenso mit Daumen drücken unterstreichen. Denkmalamt und vor allem Brandschutz sind schier gar unüberwindbare Hürden. Ein klar formuliertes Ziel ist jedoch, das im Eigentum der Gemeinde befindliche Kulturdenkmal als sogenanntes Arme-Leute-Haus zu erhalten und für die Öffentlichkeit gangbar zu machen. In die erste Etage soll eine Museumsstube eingerichtet werden; das Dachgeschoss soll in die Nutzung ebenso miteinbezogen werden. Sehr professionell und beherzt richtet Herr Armin Landthaler die Ausstellungräume ein. Dazu passend ist der kleine, gepflegte Vorgarten. Es wäre wirklich schön, sogar sehr schön, wenn das Bauamts-Ok kommen würde und wir die Bürgerinnen und Bürger mit einer offiziellen Einweihungsfeier beglücken und belohnen dürften.

Alles andere als eine Hochstimmung bereitet mir die wiederaufgekommene „Windsgeschichte“. Wir als Gemeinde beschäftigen uns schon seit dem Jahr 2011 mit der Windkraft und genauso lange hat auch wiederum die Windkraft die Gemeinde beschäftigt. Damit wir planerisch steuern und fernerhin einer Verspargelung der Landschaft entgegenwirken können, hat sich der Gemeinderat mit dem GVV und benachbarten Kommunen für die Aufstellung eines Teilflächennutzungsplans Windkraft ausgesprochen. Ursprünglich wurden 16 potenzielle Suchräume im Verfahren untersucht, darunter die Atzenberger Höhe, Gemarkung Ebersbach. Mit Ernüchterung musste man dann zu der Erkenntnis gelangen, dass vorrangig aus Gründen des Artenschutzes, des Natur- und Landschaftsschutzes, der erforderlichen Siedlungsabstände, des Denkmalschutzes, von Flugverbotszonen, Radar und sonstigen Gesetzen, Vorgaben und Vorschriften am Ende lediglich nur ein Standort im gesamten Gebiet übrig blieb, der nicht bei uns, sondern auf der Gemarkung Wolpertswende liegt. Da es vorerst nicht möglich sein wird, der Windkraft substantiellen Raum zu verschaffen ist eine Weiterführung des Verfahrens nicht sinnvoll. Es besteht erhebliches Planungsrisiko und es ist nicht vertretbar, noch weitere hohe Kosten auf sich zu nehmen, nicht zu verschweigen die Zeit, Energie und auch Nerven. Bis dato gab es soweit noch Einigkeit unter den Grundstückseigentümern und bedingt auch unter den Anwohnern - die allermeisten hätten sich zu einem sogenannten Flächenpool zusammengeschlossen - bis die vorstehend erwähnten Punkte es dann scheitern ließen. Die Krux am Ganzen ist nun: Jetzt soll es wenige Meter weiter hinter der Gemarkungs- und Kreisgrenze im Bereich Bad Schussenried salopp gesagt ‚so mal doch schnell und einfach funktionieren‘ wie man den Ausführungen des Projektierers, der EnBW, entnehmen darf. Die Wieder-Privilegierung der Windkraft und jüngst Aufgeworfenes bringt leider teils heftige Emotionen in die Gemeinde(n und Städte), sowohl bei Fürsprecher wie auch bei Gegner („Gegen-Wind“).

Sehr geehrte Damen und Herren,

Für uns gehört es zum Alltag, Frischwasser zu beziehen und Abwasser zu entsorgen. Doch hat jeder eigentlich schon mal eingehend darüber nachgedacht, was eigentlich mit dem Wasser passiert, das wir verbrauchen oder nutzen? Wohl kaum. Denn wie so vieles in unserer Industrie- und Technikgesellschaft betrachten wir auch diese Versorgungs- und Entsorgungsfrage als selbstverständlich und zur vollen Zufriedenheit gelöst. Jene, die dafür zuständig sind, werden sich schon darum kümmern und alles im Griff haben. Das ist schließlich deren Pflicht und Schuldigkeit. Das ist so auch durchaus richtig. Und weil die Verantwortlichen ihre Aufgabe ernst nehmen und ihrer Verantwortung jederzeit gerecht werden, haben wir unsere Wasserversorgung optimiert und die Kläranlage ständig modernisiert und ausgebaut. Bei den in diesem Jahr vom Gesundheitsamt routinemäßig durchgeführten Wasserschauen gab es erneut gute Noten. Jedoch müssen wir bei der Kläranlage im zeitlichen Turnus bezüglich den Nebenbestimmungen zur abwasserrechtlichen Erlaubnis in 2017 nachlegen; Gelder hierfür werden in den Haushalt eingestellt.

Wie heuer – da bin ich mir sicher – können und werden wir auch nächstes Jahr einen ausgeglichenen ordentlichen Haushalt verabschieden und langfristige Infrastrukturmaßnahmen auf den weiteren Weg bringen. Der Blick auf Geschafftes und Geleistetes sollte uns Kraft und Zuversicht für die vor uns liegenden Aufgaben geben.

Zuversicht und den erhofften Erfolg wünsche ich ganz besonders auch unseren mutigen Jungunternehmern, die den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben und unserem Gewerbegebiet im Langenweg bedeutenden Zuwachs geben. Eine Gewerbefläche steht noch frei, ist aber schon reserviert. Verwaltung und Rat haben für ein Nächstes das Interesse an interkommunalen Zusammenschlüssen bereits kundgetan; es bestehen bereits Abstimmungen auf GVV-Ebene, mit der Stadt Bad Saulgau und benachbarten Kommunen aus dem hiesigen Landkreis. Der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben bietet sich als unterstützender Berater an.

Als zertifizierte Energiegemeinde sahen wir die EEA Verlängerung als selbstverständlich an. Ebersbach-Musbach ist die kleinste Gemeinde Baden Württembergs, die sich am European Energy Award beteiligt, aber inhaltlich genauso Großes bewirkt. Mit „Energielicht“ ist neuerdings die Pfarrscheuer und teils das Rathaus ausgestattet, ein nächster Schritt ist die weitere Umstellung bei der Straßenbeleuchtung. Die Energieagentur Ravensburg gGmbH dient uns als verlässlicher, ja, längst freundschaftlicher Partner.

Eine Selbstverständlichkeit für uns und ganz oben auf der Agenda steht die Kindergarten- und Schulkindbetreuung!! Gerade auch als Gemeinde, die als modern und familienfreundlich bekannt ist. Die neue und in der Tat kunterbunte Kindertagestätte hat im großen Stil für die Öffentlichkeit seinen ersten Geburtstag gefeiert. Es fühlen sich die Nutzer darin alle sehr wohl. Der Neubau ist mit pulsierendem Leben gefüllt, mit dieser quirligen, fröhlichen Lebenslust, wie sie nur Kinder versprühen. Da freut sich die Gemeinde mit den jüngsten Einwohnern und darf sich der richtigen Entscheidung bestätigt fühlen. Doch auf den Lorbeeren auszuruhen gibt es nicht: Betreuungs- und Angebotsform sind stets nach aktuellem Bemessen auszulegen und umzusetzen.

Schule ist nicht nur Lernort, sondern auch Lebensort, an den die Schüler gern zurückdenken sollen. Unsere örtliche Grundschule bietet in vielerlei Hinsicht die geeigneten Voraussetzungen dazu. An der Altshauser Straße 22 stehen die Türen eines Bildungs- und Familienhaus offen. Mit der angeschlossenen Kita finden Ein- bis zu Zehnjährige Platz unter einem Dach. Und wenn ich sage, unsere Schule, insbesondere unsere verlässliche Schule, boomt, dann übertreibe ich nicht. Denn über 40 Mädchen und Buben nehmen die offene freiwillig gehaltene Ganztagesschulform an. Das beeindruckt mich sehr, vor allem die pädagogischen Inhalte, die über den üblichen Schulunterricht hinaus noch angeboten wird. Noch kurz vor Weihnachten fanden eine Benefizveranstaltung und ein tolles Stück der schulischen Theater AG statt. Unseren Pädagoginnen der Kindergärten und der Schule dafür einen schönen Dank für das Engagement, unseren Betreuerinnen der verlässlichen Schule ein dickes danke auch für die Mehrstunden!

Zu arbeiten, zu diskutieren und zu beschließen gibt es noch einiges in Sachen Herzog-Phillip-Verbandsschule, dies in Anspielung auf das bevorstehende Millionenprojekt zur Sanierung und Erweiterung. Doch eines ist auch klar, um mit Worten von John F. Kennedy sprechen zu dürfen: „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung“.

Meine Damen und Herren,
von der Schul- zur Allgemeinbildung: im Äbtissin-Anna-Saal lebt die Geschichte nicht nur der Namensgebung wegen. Die fünfte historische Veranstaltungsreihe fand heuer statt mit dem Titel „Gründung und Anfänge oberschwäbischer Zisterzienserinnenklöster im 13. und 14. Jahrhundert am Beispiel von Kloster Boos und Baindt“. Ein Wiedersehen gab es mit Pater Devis, der zusätzlich zu seinem Seelsorgedienst mittlerweile unter die Autoren gegangen ist und sein Buch „Eine Kokosnuss im weiten Meer“ vorgestellt hat. Bei der Voba-Mitgliederversammlung in der Seebachhalle wurden trotz Zinsflaute nicht nur positive Zahlen vermeldet, es war auch Interessantes von Generalinspekteur a.D. Wolfgang Schneiderhahn zu hören, der zum Thema “Die Sicherheit Europas – eine Herausforderung an Politik, Gesellschaft und Militär“ berichtet hat.

60 Jahre Schwäbischer Albverein, Ortsgruppe Boos-Lampertsweiler: Zum Jubiläumsdank durfte, oder darf ich sagen musste Ebersbach-Musbachs Schultes eine Tageswanderung organisieren und mit neuen Wanderschuhen, wie sich’s gehört, selbst auch mitlaufen. Das stolze Alter unserer Ortsgruppe wiederspiegelt die Beständigkeit und das Engagement all unserer Vereine und Organisationen. Beeindruckend war wieder einmal mehr das Jahreskonzert vom Musikverein – für jeden Geschmack etwas dabei. Unser SVE Fußballer „rocken“ nach ihrem Aufstieg weiter die höhere Liga und auch sonst machen Tennis, Schützen, Blutreiter und Reiter, Landfrauen, Theater und all die vielen weiteren, jetzt nicht Genannten äußerst positive und aktive Schlagzeilen.

Kulturell ist in Ebersbach-Musbach immer einiges geboten. Da haben wir uns längst einen guten Namen gemacht und gelungene Auftritte bisher wie künftig veranstaltet. Ende Januar 2017 gastieren übrigens die „Schrillen Fehlaperlen“ hier im Ort. Noch freie Plätze? Fehlanzeige! Die Veranstaltung ist schon längst ausverkauft, was für uns spricht. Der eine oder die andere wird etwas verpassen, weil er oder sie nicht kommen kann. Langweilig wird es ihm/ihr aber trotzdem nicht: In Ebersbach-Musbach „festelt“ es an allen Ecken und Enden und das das ganze Jahr hindurch. Erntefest, Backfest, Stöcklefest, Bruderschaftsfest, Bach- und Weiherhockete-Fest, dazu heuer noch zwei Runden Gemeinderatskollegenfest‘ und auch das runde Geburtstagsfest des Herzogs wie Pfarrers.

Um immer „up to date“ zu sein gibt es traditionell einen Feste-, Termin- und Veranstaltungsplan. Um jederzeit wieder heimzufinden und selbst zu später Stunde den richtigen Weg einzuschlagen, gibt es neuerdings einen schick, frisch und farbenfroh mit Bildern hinterlegter Ortsplan, den ich heute und hiermit nicht nur präsentieren darf, sondern Ihnen alle, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Besucherinnen und Besucher, als sogenanntes Weihnachts- und Neujahrsgeschenk mit nach Hause geben darf.

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

Mit allgemein vielen Angeboten, unserem starken Kiga- und Schulstandort sowie der gesunden Infrastruktur, samt lebhafter und gelebter Politik sind wir gut aufgestellt. Wir haben bei der kommunalen Daseinsfürsorge eine Menge erreicht; wenige Beispiele habe ich Ihnen genannt. Schon von dieser Seite müssen wir uns als selbstbewusste und innovative Gemeinde im Landkreis nicht verstecken. Und gewiss haben wir noch Potential, das wir, wie bisher auch schon, verstehen abzurufen und umzusetzen. Gemeinsam und mit vereinten Kräften. Ich danke Ihnen, den Damen und Herren Gemeinderäte für ein gutes, kooperatives, engagiertes, vertrauensvolles Jahr 2016, wie es sich immer auch auf Gegenseitigkeit bezieht. Ich wünsche Ihnen und mir ein „weiter so!“.

„Es eilt die Zeit, wir eilen mit.“ Auch wenn Wilhelm Busch selbst nie die Vorzüge einer modernen Rathausverwaltung mit Bürgerbüro erlebt hat, passt sein bekannter Spruch heute perfekt auf unser Dasein hier. Unsere Einrichtung ist zum kundenorientierten Dienstleister geworden. Die Bürgernähe zählt und steht. Das Zitat von Anton Fugger, „dass die beste Sprache immer die des Kunden ist“, bleibt uns Leitbild. Die „Kundinnen und Kunden“ haben nie das Gefühl gehabt, dass ihnen ein sturer Beamter gegenübersitzt. Erweiterte Öffnungszeiten, kurze Wartezeiten, zahlreiche Dienstleistungen mit denen unser Rathaus/Bürgerbüro und sicher auch der Bauhof samt Service- und Reinigungscrew nachweislich die Kundenzufriedenheit erfüllt.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ich danke Ihnen für Ihren Einsatz und Ihre Treue in der Vergangenheit und Gegenwart. Und ich freue mich, mit Ihnen auch im nächsten Jahr zusammenarbeiten zu dürfen. Wir stehen wieder vor großen Herausforderungen. Und da braucht unsere Gemeinde weiterhin das persönliche Engagement jedes einzelnen von Ihnen. Ich verlasse mich darauf .

Sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,

Eine Gesellschaft ohne ehrenamtliches Engagement ist überhaupt nicht vorzustellen. Unserer Gesellschaft würde es viel an Lachen, an Freude und an Gemeinschaftssinn fehlen. Dessen bin ich mir sicher. Und ich kann nur hoffen, dass sie, die ehrenamtlich Tätigen, noch lange so aktiv und engagiert bleiben. Ich nutze die Gelegenheit heute, um mich bei allen Bürgerinnen und Bürgern zu bedanken, die sich im letzten Jahr für unsere Gemeinde engagiert haben, ob in der Politik oder für die Gesellschaft, im Sport, in der Musik, Kultur, ob in den Kirchengemeinden, im Elternbeirat, der Jugendhilfe, dem Einsatz für Senioren oder der Integration von ausländischen Mitbürgern.

In vielen Bereichen und Vereinen setzen die Menschen ihre Freizeit, ihr Können, ihre Erfahrung und auch ihr Herzblut dafür ein, ihren Mitmenschen zu helfen oder für die Gemeinschaft etwas auf die Beine zu stellen. Auch die Seniorinnen und Senioren unter uns, die sich nach einem langen Erwerbsleben in den Dienst einer guten Sache stellen, verdienen Anerkennung ebenso wie die Jugendlichen, die sich in unseren Vereinen oder auch anderweitig engagieren. Vielen, vielen Dank an Sie alle! Sie alle sind eine unentbehrliche Bereicherung unseres Gemeindelebens. Ihr Engagement macht unseren Ort erst lebendig. Der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King hat einmal gesagt: „Kein Problem der Welt wird gelöst, wenn wir nur träge darauf warten, dass ein Zuständiger sich darum kümmert.“

Meine Damen, meine Herren,

wenn ich mir die vielen Aktivitäten gerade im letzten Jahr hier in Ebersbach-Musbach ansehe, dann blicke ich sehr optimistisch ins nächste Jahr. Sie warten nicht, Sie kümmern sich. Dafür bedanke ich mich bei Ihnen allen sehr herzlich! Sie alle sorgen in den verschiedensten Bereichen dafür, dass unsere Gemeinde lebens- und liebenswert ist.

Ein amerikanischer Schriftsteller hat einmal geschrieben: „Der Optimist bleibt an Silvester bis Mitternacht wach, um das neue Jahr zu begrüßen. Der Pessimist bleibt wach, um sicher zu sein, dass das alte Jahr geht.“

Ich glaube, wir hier in Ebersbach-Musbachhaben haben Grund zum Optimismus und wir können es genießen, wenn es etwas zufeiern gibt – gerade an Silvester und sicher nicht nur an Silvester.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich wünsche Ihnen allen frohe Weihnachtsfeiertage und ein gesundes, erfolgreiches, glückliches neues Jahr! Und nun schreite ich offiziell zur letzten Amtshandlungdes Jahres: die Sitzung ist geschlossen. Danke!

Ihr Roland Haug

 
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